Lieblingsmärchen

Die Lieblingsmärchen der Kranichfelder und ihrer Gäste

„Brüder Grimm- und was dann?“, die Ausstellung im Baumbachhaus zum Jubiläum der Erstveröffentlichung von Grimms Märchen im Dezember 1812 ist nun schon wieder Geschichte. Und auch „Die Wahrheit über Hänsel und Gretel“ konnte vielen interessierten Besuchern des Baumbachhauses verraten werden, übrigens verbunden mit wunderschöner Musik von Frau Dagmar Meffert und Hansgeorg Mühe. Aufmerksamkeit fand darüber hinaus auch das Leben der Frau Holle, die bekanntlich einen ihrer Wohnsitze im Berg unter der alten Schleusenburg an der Stiede hinter dem Hollloch hatte. Kranichfeld ist nicht nur eine Zwei-Burgen-Stadt (was eigentlich nicht korrekt ist, da es hier ja vier Burgen gab), sondern Kranichfeld ist auch eine Frau-Holle-Stadt. Prof. Bernd Hölzer gibt zu bedenken, dass diese Tatsache viel zu wenig ins öffentliche Bewusstsein gerückt ist und von der Tourismus-Werbung bisher ignoriert wurde. Über eine Verbesserung der Frau-Holle-Infrastruktur in Kranichfeld, einschließlich Wohnhaus, Apfelbaum und Backofen könnte in einem Ideenwettbewerb gemeinsam nachgedacht werden!

Im Rahmen der Grimm-Ausstellung im Baumbachhaus wurde durch persönliche Interviews das Lieblingsmärchen der Kranichfelder und ihrer Gäste ermittelt. Befragungen dazu gab es auf dem Weihnachtsmarkt, in der Ausstellung, in verschiedenen Schulklassen, der Stadtbibliothek, dem Bürgerbüro, einer Kaufhalle und bei verschiedenen Feierlichkeiten. Insgesamt beteiligten sich 512 Bürger an der Umfrage. Wenn man bedenkt, dass aus Stichproben von 2000 Bürgern aus ganz Deutschland recht genau das Ergebnis von Bundestagswahlen prognostiziert werden kann, dann ist die Beteiligung der Kranichfelder an der Wahl zum Lieblingsmärchen sehr beachtlich!
Insgesamt wurden 69 verschiedene Märchen genannt, darunter auch weniger bekannte, wie z.B. Das blaue Licht, Gevatter Tod, Die kluge Else, Der Meisterdieb, Der singende Knochen oder Das Wasser des Lebens.
Auffallend ist, dass die Kranichfelder ganz überwiegend klassische Märchen der Brüder Grimm und vereinzelt von Hans-Christian Andersen und Wilhelm Hauff nannten. Seltene Ausnahmen bei der Umfrage waren Der Herr der Ringe, Narnia, Der Räuber Hotzenplotz, Shrek oder Toystory. Das ist ein signifikanter Unterschied zur Umfrage des ZDF von 2011.
Eindeutiger Sieger der Märchenumfrage in Kranichfeld wurde Aschenputtel, Aschenbrödel bzw. Drei Haselnüsse für Aschenbrödel, die in der Auswertung zusammengefasst wurden: 

                      

1.Aschenputtel, Aschenbrödel bzw. 3 Haselnüsse für Aschenputtel112
2.Schneewittchen87
3.Hänsel und Gretel44
4.Rotkäppchen36
5.Frau Holle34
6.Rapunzel27
7.Rumpelstilzchen26
8.Der Wolf und die sieben Geißlein22
9.Der gestiefelte Kater19
10.Dornröschen18
11.Schneeweischen und Rosenrot16
12.Der Froschkönig12
 Das singende klingende Bäumchen12
14.Das tapfere Schneiderlein11
 Die Bremer Stadtmusikanten11
16.Brüderchen und Schwesterchen10
17.Das Feuerzeug8
 König Drosselbart8
19.Das kalte Herz7
20.Die Schneekönigin6
 Der kleine Muck6


Die langen Winterabende sind noch nicht vorbei und schön wird es auch im Frühling, wenn die linden Lüfte erwachen oder im Sommerurlaub am Strand oder auf der Wiese und auf der Bank am Waldrand und dann erst im Herbst, wenn die Tage wieder kürzer werden und wenn es wieder langsam auf Weihnachten zu geht – alles herrliche Gelegenheiten, ein Märchenbuch zur Hand zu nehmen und in ferne geheimnisvolle und abenteuerliche Welten zu entschwinden.

Viel Spaß beim Lesen!
Ihre Gisela Effenberger und Renate & Otto Hahn.